Die letzten Ridnauner EM-Titel wandern nach Norwegen und in die Ukraine 

Pdruchnyi Pryma Varvynets Zhurakov OECH Biathlon Ridnaun 28 01 2018 250

Ridnaun, 28. Jänner 2018 - Die Biathlon-EM in Ridnaun ging am Sonntag mit den beiden Staffelbewerben zu Ende. In der Single-Mixed-Staffel kürte sich das Duo aus Norwegen zum neuen Europameister, in der Mixed-Staffel war dagegen das Quartett aus der Ukraine nicht zu schlagen. Die "Azzurri" konnten in beiden Rennen nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen.  

  

Norwegen hatte in einem spannenden Single-Mixed-Wettkampf den längsten Atem und sicherte sich vor Frankreich und Russland die Goldmedaille. Das Duo Thekla Brun-Lie und Vetle Sjaastad Christiansen lag das gesamte Rennen über auf Podestkurs, übernahm aber erst nach dem vorletzten Schießen erstmals die Führung. Den Platz an der Sonne verteidigte Schlussläufer Christiansen schließlich bis ins Ziel und brachte mit einer Zeit von 35.39,6 Minuten den norwegischen Sieg unter Dach und Fach. 

 

Hinter Norwegen erkämpfte Emilien Jacquelin im Zielsprint für Frankreich den zweiten Platz. Jacquelin, der gemeinsam mit seiner Partnerin Julia Simon bis zum letzten Wechsel sogar in Führung gelegen war, ließ den US-Amerikaner Lowell Bailey auf den letzten Metern stehen und machte damit die Silbermedaille der Franzosen perfekt. Bailey durfte sich seinerseits gemeinsam mit Susan Dunklee über EM-Bronze freuen. Das aus dem Weltcup bestens bekannte Duo durfte deshalb in Ridnaun starten, weil die Biathlon-EM als offene Europameisterschaft ausgetragen wird und daher auch nicht-europäische Athleten in die Wertung aufgenommen werden.  

 

Die italienische Single-Mixed-Staffel musste dagegen mit einer Platzierung jenseits der ersten Zehn Vorlieb nehmen. Die beiden Piemontesen Ginevra Rocchia und Rudy Zini verloren mit Fortdauer des Rennens kontinuierlich Zeit auf die Spitzenplätze und kamen mit einer Strafrunde sowie elf Nachladern nur auf den 14. Platz. Im Ziel hatten die beiden "Azzurri" einen Rückstand von 2.07,6 Minuten auf das norwegische Duo. 

 

Ukraine triumphiert in der Mixed-Staffel

 

In der Mixed-Staffel schnappte sich das ukrainische Team den Sieg. Das osteuropäische Quartett setzte sich auf der dritten Runde an die Spitze und verteidigte diese Position schließlich bis am Ende des Rennens. Schlussläufer Dmytro Pidruchnyi zeigte sich auf der letzten Runde nervenstark, benötigte bei zwei Schießeinheiten nur zwei Nachlader und fixierte damit den ukrainischen Sieg. 

 

Die Silbermedaille ging an die Staffel aus Russland. Das Quartett um Superstar Evgeniy Garanichev kämpfte bis zum letzten Schießen um die Goldmedaille, doch nach drei Nachladern von Schlussläufer Alexander Loginov blieb den Russen "nur" der zweite Platz. Das Podest komplettierte das norwegische Team. Die Skandinavier lieferten sich einen packenden Zweikampf mit der französischen Staffel, den schließlich der Norweger Fredrik Gjesbakk gegen Simon Fourcade für sich entschied. Somit durfte Norwegen am letzten Wettkampftag in Ridnaun zwei Medaillengewinne bejubeln. 

 

 

"Azzurri" brechen nach starkem Start ein

 

Das italienische Team erlebte unterdessen einen Staffelwettkampf mit zwei Gesichtern. Die beiden Südtirolerinnen Alexia Runggaldier und Karin Oberhofer brachten die "Azzurri" mit 20 Treffern bestens in Position, doch Saverio Zini und Pietro Dutto konnten mit dem Tempo der Besten nicht mithalten und wurden mit Verlauf des Rennens weit zurückgereicht. Am Ende musste sich Italien - beim zweiten Wechsel noch auf Platz drei - mit dem elften Platz zufriedengeben.  

 

 

Ergebnisse Single-Mixed-Staffel

 

1. Norwegen 35.39,6 Minuten / 0+6 Nachlader

Thekla Brun-Lie & Vetle Sjaastad Christiansen

2. Frankreich +8,6 / 0+11

Julia Simon & Emilien Jacquelin

3. USA +9,1 / 0+10

Susan Dunklee & Lowell Bailey

4. Estland +24,1 / 0+8

Regina Oja & Rene Zahkna

5. Russland +27,5 / 0+9

Kristina Reztsova & Alexey Volkov

 

14. Italien +2.36,4 / 1+11

Ginevra Rocchia & Rudy Zini

 

 

Ergebnisse Mixed-Staffel

 

1. Ukraine 1:11.40 Stunden / 0+6 Nachlader

Yuliia Zhuravok, Iryna Varvynets, Artem Pryma, Dmytro Pidruchnyi

2. Russland +11,7 / 0+9

Victoria Slivko, Anastasia Zagoruiko, Evgeniy Garanichev, Alexander Loginov

3. Norwegen +33,2 / 0+4

Emilie Aagheim Kalkenber, Kaia Woeien Nicolaisen, Haavard Gutuboe Bogetveit, Fredrik Gjesbakk

4. Frankreich +39,6 / 0+11

Enora Latuilliere, Chloé Chevalier, Fabien Claude, Simon Fourcade

5. Tschechien +1.19,2 / 0+9

Veronika Zvaricova, Daniela Kadeva, Matej Krupcik, Tomas Krupcik

 

11. Italien +2.46,0 / 1+8

Alexia Runggaldier, Karin Oberhofer, Saverio Zini, Pietro Dutto

 

 

Die Stimmen zur Single-Mixed-Staffel: 

 

Thekla Brun-Lie & Vetle Sjaastad Christiansen (Norwegen, Gold): Ebenso wie bei der letzten EM sind wir auch heuer in den Einzelwettkämpfen ohne Erfolgserlebnis geblieben. Nun haben wir endlich unsere erste Medaille, sogar eine in Gold. Ausschlaggebend dafür war unser gutes Schießen. Wir haben aber auch von dem ein oder anderen Fehler der Franzosen profitiert - ansonsten wären wir wohl auf Platz zwei gelandet. 

 

Julia Simon & Emilien Jacquelin (Frankreich, Silber): Wir sind sehr konzentriert und motiviert ins Rennen gegangen. Eigentlich haben wir hier in Ridnaun bis jetzt nicht schlecht geschossen, aber heute hat es leider nicht ganz so gut geklappt. Die Single-Mixed-Staffel ist ein toller Wettkampf, in dem wir beide sehr gut zurechtkommen.

 

Lowell Bailey & Susan Dunklee (USA, Bronze): Wir beide sind heuer nur sehr schwer in die Saison gekommen. Deshalb sind wir hier in Ridnaun an den Start gegangen, um uns wieder auf Wettkämpfe auf hohem Niveau heranzutasten. Mit Bronze können wir sehr zufrieden sein.

 

Die Stimmen zur Mixed-Staffel:

 

Zhuravok, Varvynets, Pryma & Pidruchnyi (Ukraine, Gold): 

Wir sind nur schwer in die Gänge gekommen, weil wir anfangs mit den Bedingungen nicht zurechtkamen. Mit Verlauf des Rennens haben wir uns dann kontinuierlich verbessert und Position um Position wettgemacht. Den Sieg verdanken wir unserer mannschaftlich starken Schießleistung.

 

Victoria Slivko & Evgeniy Garanichev (Russland, Silber):

Nach dieser anstrengenden Woche haben wir heute deutlich unsere Müdigkeit gespürt. Trotz allem haben wir unser Bestes gegeben und können mit dem Ergebnis zufrieden sein - auch, wenn es nur knapp nicht zum ersten Platz gereicht hat.  

 

Emilie Aagheim Kalkenberg & Haavard Gutuboe Bogetveit (Norwegen, Bronze): 

Heute mussten wir in beiden Staffeln unser Bestes geben, weil wir eben in den Einzelwettkämpfen nicht überzeugen konnten. Das haben wir - sowohl in der Single-Mixed-Staffel, als auch in der Mixed-Staffel - auch getan. Wir haben gestern gemeinsam mit unserem Trainerteam unser Schießen analysiert, das hat sich ausgezahlt. 

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